Air
Wenn Sie Hasenohren hätten, würden Sie wahrscheinlich den Text aus Ovids Metamorphosen verstehen können, der Ihnen hier präsentiert wird. Mit unseren Ohren erkennen wir allerdings nur feine Obertonveränderungen, die durch die Mundbewegungen der Solistin entstehen. Wie sie unten nachlesen können, geht es um eben diese Hasenohren des König Midas. Er bekam sie als Strafe von den Göttern. Ein Diener entdeckte die „Löffel“ und musste sich entsetzt Luft verschaffen...Air heißt Lied und Luft, so habe ich eine Air von J.S. Bach geschichtet und mit den Klängen eines Airophons, dem Schwirrholz, vermengt. Im Verlauf des Stückchens wandelt sich der Text immer mehr zu reiner Melodie und dann löst sich alles in Luft auf. Meine Bitte: Lauschen Sie der Luft !
…..er kann es unmöglich verschweigen. So geht er beiseite, gräbt in die Erde ein Loch und berichtet mit flüsternder Stimme, welcherlei Ohren bei dem Herrn er erblickt hat: er haucht’s in die Höhlung. Alsdann wirft er die Erde zurück, den Verrat seiner Stimme, deckt er, verschüttet die Grube und macht sich schweigend von dannen. Doch von schwankendem Schilf erwächst an der Stelle ein dichter Hain,, sowie er gereift ist zur Zeit , da das Jahr sich erfüllt hat ,wird der Sämann verraten, das Schilf, vom Südwind gefächelt, tönt die verschütteten Worte : bekannt sind die Ohren des Fürsten.
(zitiert aus dem Metamorphosen von Ovid in der Übersetzung von Hermann Breitenbach)