listen and taste
eine kulinarische Horchsituation für einige Feuerstellen, einen Koch, Bratendes, Siedendes, horchendes und essendes Publikum.

Die Nahrungsmitteldesigner wissen es: das Auge isst mit. Das Ohr auch, denn nicht umsonst wurde z.B. das Krustimeter erfunden, mit dem man die Crunchqualitäten der Kartoffelchips messbar gemacht hat. Dennoch stellt sich die Frage, ob das Ohr wie das Auge schon im Vorwege Aufschluss über den Zustand und die Beschaffenheit der Nahrung geben kann. Lässt sich anhand der Bratgeräusche  unterscheiden, ob man tatsächlich jenes  Stück Fleisch im Mund hat, welches eben noch brutzelnd in der Pfanne lag? Ließ einen der Bratklang nicht  möglicherweise etwas anderes erwarten?
Listen and taste ist eine Versuchsanordnung, die eben dieser Frage nachgeht.
Dem Versuch geht allerdings  keine Hypothese voraus, denn wir kennen das Ergebnis schon, es gibt keine Überraschung und somit auch keine Enttäuschung (im Wortsinne). Wir werden auf keinen Fall den Bratklang mit dem Geschmack des Bratlings in Einklang bringen, aber klingen tut es dennoch erstaunlich.
Darüber hinaus bleibt uns die Freude an der Bestätigung, keinen Geschmack vorhören zu können.

 

 


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